zwei monate urlaub vor mir, die 1000-jahr-feier ettmannsdorf vernünftig rumgebracht: angenehm, angenehm. darauf einen facebook-account, weil ich was für datensammler übrig habe, und ein feines liedchen.
impfgegner, impfverunsicherte, grundsätzlich-gegen-alles-impfen-lasser... spätestens seit heute gibt es auch noch den protestimpfer, nämlich mich. vor etwa dreizehn stunden habe ich mich gegen die sogenannte schweinegrippe impfen lassen. und zwar in allererster linie, weil mir dieses ganze gequassel der selbsternannten experten und vor-einer-impfung-warner auf den zeiger ging. es ist doch geradezu unglaublich, wer derzeit alles so viel schlauer ist als die leute der stiko oder des pei.
diesmal geht's den genossen aber wirklich schlecht. die letzte zeit war's ja immer so: selbst wenn die spd wieder mal selber krachende verluste hinzunehmen hatte, solange auch die union was verloren hat, war die welt in ordnung. bestes beispiel waren erst die bayerischen landtagswahlen 2008. da hatte die csu bekanntlich saumäßig abgeschnitten, die spd aber ihr allzeittief erreicht und es geschafft, sogar von ohnehin so gut wie nichts mehr nochmal was zu verlieren. mit unserem minus müßte sie sich heute nicht mal mehr gedanken über einen maget-nachfolger im fraktionsvorsitz machen. im genossensprech spielte das aber keine rolle. es war nur wichtig, das schlechte csu-ergebnis zu feiern. analog bei der europawahl. seit dem letzten sonntag funktioniert jedoch sogar dieser sozialdemokratische reflex nicht mehr. das muß einem echte sorge machen. und mehr noch, wenn man sieht, was nun das neue führungspersonal werden soll. gabriel, nahles, wowereit: mein lieber mann, da wünsche ich mir jetzt schon wieder müntefering und steinbrück zurück.
zwar fast 51 stunden später, aber ich geb's trotzdem noch zu: ja, ich habe mich geirrt. alles weitere sollen erstmal die zahlreichen berufsschlaumeier kommentieren.
umfragen und die lächerliche diskussion um überhangmandate hin oder her: ich fürchte und habe das gefühl, daß es eine fortsetzung der großen koalition unter angela merkel gibt. daß der kanzlerin das gar nicht so unrecht wäre, ist angesichts der unangenehmen entscheidungen, die in nächster zeit auf jede regierungskonstellation zukämen, leicht nachvollziehbar. den noch-volksparteien tut die groko aber nicht gut, das zeigen ja alle umfragen und wahlen der letzten zeit. besser wird's zur mitte der legislaturperiode. spätestens dann hat sich der linke flügel in der spd durchgesetzt, wird auf die guten erfahrungen mit rot-rot-grün auf länderebene verweisen (mindestens im saarland, möglicherweise auch schleswig-holstein und thüringen), die letzten widerständler in der spd gegen eine koalition mit den sed-nachfolgern abserviert haben und den schwenk auch im bundestag vollziehen. ich hoffe, in 22 stunden muß ich zugeben, daß ich mich geirrt habe...
"sechs wochen vor der bundestagswahl zeigen zwei umfragen unterschiedliche ergebnisse", verkündet spon. o.k., das alleine findet auch spon noch nicht aufregend. schließlich schwankt's immer etwas. vielmehr weisen die zwei am heutigen 12. august veröffentlichten wahlumfragen, um die es im artikel geht, in der tat beachtliche differenzen auf. forsa sieht für schwarz-gelb (38 + 13) % = 51 %, für rot-grün-dunkelrot (21 + 12 + 11) % = 44 %. die info gmbh meldet hingegen für schwarz-gelb (33 + 15) % = 48 %, für rot-grün-dunkelrot (24 + 12 + 11) % = 47 %. die sonstigen, die den einzug in den bundestag nicht schaffen, haben beide bei 5 %. "damit würde es nach dieser umfrage nicht für eine mehrheit von schwarz-gelb reichen", schlußfolgert spon aus den info-gmbh-zahlen einigermaßen überraschend - und begeht damit fehler nummer eins. oder ist 48 neuerdings nicht mehr größer als 47, sodaß auch bei diesem ergebnis schwarz-gelb mit 48 % mehr als die hälfte der sitze bekäme, nachdem 100 % der sitze auf (48 + 47) % = 95 % der wählerstimmen zu verteilen wären?! fehler nummer zwei oder zumindest eine unnötige unsauberkeit in dieser meldung ist, daß ohne not umfragen aus verschiedenen zeiträumen gegenübergestellt werden. so rühren die info-gmbh-werte aus einer erhebung vom 27. juli bis 1. august, die forsa-zahlen aus der zeit vom 3. bis 7. august. korrekter wäre der vergleich der info-gmbh-umfrage mit jener der forsa vom 27. bis 31. juli gewesen. da sind die forsa-prognosen mit (37 + 14) % = 51 % für schwarz-gelb, (20 + 13 + 11) % = 44 % für rot-grün-dunkelrot und 5 % sonstige zwar nur marginal anders, aber trotzdem. wie jedes wahlergebnis auf's neue zeigt, sind diese ganzen umfragen ohnehin nur verschärftes kaffeesatzlesen mit prozentzahlen. dann sollte jedoch wenigstens deren journalistische exegese nicht gleich noch die grundrechenarten in frage stellen und, wenn's schon mal geht, auch passendes miteinander vergleichen.
ich bin mir gerade nicht recht sicher, ob die aufgewärmten spd-gedanken zur spaltung derunionsfraktion wirklich halbwegs ernst gemeint sind. falls ja, dann sollten sich benneter und konsorten mal von einem kundigen genossen darlegen lassen, was ihnen das voraussichtlich brächte: ziemlich genau nüscht! ähnlich unbedeutend, aber trotzdem interessanter ist die frage, ob frau lengsfeld ihr wahlkampfplakat was bringt außer einer menge kommentare im blog. warum sagt eigentlich frau schwarzer nichts dazu? wenn das alles so weitergeht, sitzt in der elefantenrunde am 27. september wieder der mann von der gastransportfirma, weil sonst keiner von der spd mag, und durch das unverständliche wortgefecht hüpft eine esoterisch-hysterische frau dr. p., die von der osze festgestellt haben will, daß ihr dekolleté das schönste von allen ist. darauf erstmal ein wirklich schönes brustbild:
auweia, jetzt haben die amerikaner bemerkt, daß obama doch keine wunder wirken und wahrscheinlich noch nicht mal über's wasser laufen kann. da gestatte ich mir nun doch etwas häme nach der überbewerteten "yes, we can!"-show. substanz ist gefragt: yes weekend!
jawoll, wir brauchen unbedingt einen volksentscheid zum rauchverbot a.k.a. nichtraucher-schutz oder whatever. sorry, aber ich kann die ganze diskussion schon längst nicht mehr ernst nehmen. in öffentlichen gebäuden war und ist das rauchen weiterhin und natürlich zu recht verboten. und da, wo es (wieder) erlaubt ist, wird doch niemand gezwungen hinzugehen. oder hab' ich was übersehen? die wirte und vor allem die gäste sollen doch selbst entscheiden, was sie wollen. deswegen war schon das "strikte" verbot, das ab 1. januar 2008 galt, ein riesenkrampf. den einzigen, denen protest zusteht, sind die angestellten bedienungen. und diejenigen, die sich jetzt von ödp, spd, grüne etc. als die großen gesundheitsschützer gerieren, sollten mal erklären, warum sie so schön in deckung gingen als wegen des rauchverbots alles auf die schlaumeier der landtags-csu eindrosch. heute stellen sich die ödpler hin und sagen: "als csuler mußt du uns doch unterstützen, das ist doch genau euer gesetz von damals." ach ja, und deswegen hat sich die ödp auch schon immer dafür eingesetzt, nicht wahr?!
auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen: das ß ist weder abgeschafft worden noch ist es verstorben. schreibungen wie "strasse" und ähnlich schändliches sollten daher unter strafe gestellt werden. und ich möchte haben, daß endlich das große ß offiziell in die deutsche rechtschreibung eingeführt wird.
isses die möglichkeit?! da postet man mal ein video und denkt sich: schade, daß der schon so früh gehen mußte. und schon ist der nächste weg. darf mich das jetzt auch als nicht-hardcore-fan irgendwie berühren? ja, darf es!
eigentlich sollte man gar keine silbe mehr verschwenden, aber zum abschied soll nochmal eine ausnahme sein. denn daß nach ihrem - achtung: wortspiel! - freiflug noch jemals etwas politisch ernstzunehmendes von frau pauli zu hören sein wird, halte ich für unwahrscheinlich. seit über einer woche erzählt sie, daß sie jetztdemnächst, also quasi baldmöglichst "leitgedanken" formuliert, auf daß diese woche schon die gründungsversammlung ihrer neuen partei einberufen und deren programm vorgestellt werde. ach ne, halt! sie fängt diese woche erst mit dem formulieren an und geht dann "bald" an die öffentlichkeit. richtig so, nur keine hektik. der bundeswahlleiter wird schon nicht so sein. glück auf, frau pauli!
6,7 prozent für die genossen im landkreis cham und "möglicherweise war da auch so etwas wie ausländerfeindlichkeit" die ursache. meint jedenfalls die örtliche spd-vorsitzende, weil ihr in amberg geborener oberpfalz-kandidat ismail ertug türkische eltern hat und eben auch dementsprechend heißt und aussieht. ja, is' klar. und die garmisch-partenkirchener (spd: 6,5 prozent, kandidat: wolfgang kreissl-dörfler) und straubing-bogener (spd: 6,3 prozent, kandidat: christian flisek) sind inländerfeindlich. wenigstens sieht der betroffene die sache richtig.
ja, ist denn schon wieder sommerloch? geldstrafen für wahlverweigerer: na, meinetwegen, aber nur, wenn ich als braver wähler im gegenzug die strafzahlung eines nicht-wählers als belohnung bekomme. natürlich ist sowas quark. denn erstens gehört es wohl auch zur demokratie und muß von ihr ausgehalten werden, daß jemand nicht wählt. zweitens und vor allem müssen sich aber diejenigen, die gewählt werden wollen, fragen, woran's liegt, wenn sie dann doch nicht oder nicht im gewünschten ausmaß gewählt werden. wenn man sich darüber klar ist, klappt's wahrscheinlich auch wieder besser mit dem wählerzuspruch. bei der gelegenheit die völlig aus dem zusammenhang gerissene frage: wer/was um alles in der welt ist/sind denn bitte der/die/das "wir", von dem/denen frau p. momentan immer spricht? oder ist das der pluralis majestatis als ausdruck letzter regungen vor ihrem ebenso absehbaren wie unvermeidlichen politischen ende?
nachdem meine lieblingszeitung nun schon seit monaten im überregionalen teil mit fragwürdigen umfrageergebnissen glänzt, betreibt nun auch die hiesige lokalredaktion seltsame sachen. so wurde ende april in der printausgabe auf seite eins des lokalteils groß aufgemacht, daß man nun auch ein online-forum für die anliegen der leserschaft habe: "im mz-bürgerforum können die leserinnen und leser nun online gehen und sich austauschen, ihre anstrengungen vernetzen, gemeinsam diskutieren und hoffentlich – mit der mz – auch eine lösung finden." im jahr 2009 ist sowas zwar wirklich nichts besonderes mehr, sondern eher ein beleg, daß man die letzten jahre in der hinsicht geschlafen andere prioritäten gesetzt hat, aber dennoch löblich das ganze. und das meine ich ganz im ernst. kurz darauf ist zu lesen, daß jemand den zustand des schwandorfer bahngeländes moniert, die bahn aber "prompt auf bürgerbeschwerde im mz-bürgerforum" reagiert hat. schließlich hat der leser "uns zuerst einen leserbrief und dann einen eintrag ins mz-bürgerforum geschrieben". schaut man aber dort nach, steht da, daß der eintrag von redaktion schwandorf und nicht vom leser vorgenommen wurde. ein paar tage später hat sich dann angeblich eine leserin (75) "in unserem mz-bürgerforum im internet gerührt". oha, denkt man sich, eine 75jährige dame hat sich bei der mz "im internet gerührt"! nicht alltäglich, aber durchaus möglich. man kennt ja selber leute in dem alter und darüber, die online gut unterwegs sind. warum also nicht?! ein blick in den thread weist allerdings wiederum redaktion schwandorf als eintragenden im forum aus, nicht die "mz-leserin (...) (75)". und auch in der heutigen mz wird uns mitgeteilt, jemand "schreibt (...) im MZ-Bürgerforum". doch wieder war auch hier... na? genau! die redaktion schwandorf am werk. der leserschaft wird also wiederholt etwas suggeriert, was gar nicht stimmt. denn keine der drei personen hat sich im forum registriert und dort ihr anliegen eingetragen. es war immer jemand aus der redaktion, die damit offenbar versucht, ein fraglos gut gemeintes, leider aber geflopptes noch nicht übermäßig angenommenes angebot zu pushen. gegen das ansinnen, dem forum mehr zuspruch zu bescheren, spricht ja nichts. schließlich finden sich aktuell im bürgerforum stadt und landkreis schwandorf insgesamt erst magere sieben einträge, davon fünf im - für die stadt schwandorf gedachten - unterforum schwandorf. und drei dieser einträge stammen von redaktion schwandorf. antworten, also eine diskussion, gibt es bei allen sieben einträgen nicht. das online-verhalten der mz-leser gibt eben, zumindest derzeit, nicht mehr her. das dürfte bei den meisten anderen lokalen tageszeitungen nicht besser sein und ist insofern keine schande. warum, liebe redaktion schwandorf, geht das bewerben des forums nicht dennoch - oder gerade deswegen - eine nummer weniger zweifelhaft? die anliegen können ja ruhig von der redaktion im forum eingetragen werden. aber dann sollte man halt im zugehörigen artikel nicht behaupten, der leser oder die leserin hätte das getan, sondern einfach darauf hinweisen, daß das thema im forum diskutiert und dort auch eigene anliegen angebracht werden können. das mag weniger reißerisch großartig klingen, wäre aber korrekt. mal sehen, ob und was der redaktionsleiter, den ich gleich hierauf hinweise, dazu antwortet. und wehe, es heißt dann, "ein mz-leser (35) schreibt im mz-bürgerforum".
nach schließung der wahllokale beginnt die zeit der interpretierer und kaffeesatzleser analysen. richtig ist, daß die csu bei einer europawahl bisher meistens mehr, aber auch schon mal weniger als die diesmaligen 48,1 prozent in bayern geholt hat. und gemessen an den 43,4 prozent bei der landtagswahl 2008 kann muß man zufrieden damit sein. ganz im gegensatz zur bayerischen spd, die sich mit ihren 12,9 prozent nun langsam wirklich nicht mehr als volkspartei bezeichnen kann. aber nicht mal ich finde das wirklich lustig. denn auf längere sicht ist es auch für die andere volkspartei, also uns, nicht gut, wenn der vom zuspruch her zumindest einigermaßen bedeutende und klar erkennbare politische gegenpol fehlt. aber das kommt - natürlich nicht nur, aber eben auch nicht zuletzt - davon, wenn man sich wie die bayerischen genossen mit jedem in's politische bettchen legt, um es nur ja der verhaßten csu zu zeigen. auf kommunaler ebene ist das allerorten immer wieder schön zu beobachten. tatsächlich schaffen sie sich damit erst künftige probleme, die ihnen später ordentlich auf die füße fallen. ähnliches erlebt jetzt auch die angeblich freie nicht-partei-partei mit ihrer spitzen-pauli, deren "nächstes projekt die zerlegung der freien wähler" ist, wie herr luck auf focus online so treffend schreibt. spätestens als ihnen im vorfeld der europawahl die baden-württemberger von der stange gingen, hätten grein und aiwanger erkennen müssen, daß pauli sie in eine richtung treibt, die ihr verein selber gar nicht will. frau pauli geht's aber schon lange nicht mehr darum, was ihre jeweils aktuelle (nicht-)partei will, sondern nur noch um sich selber. da ist es nur konsequent, wenn sie nun ihre eigene partei gründet und in kauf nimmt, daß sie damit ihren bisherigen steigbügelhaltern eine krise beschert. dabei muß einem die dame inzwischen direkt ein wenig leid tun: mit anfang 30 einen jahrzehntelang roten landkreis für die csu erobert, zweimal mit jeweiliger ergebnisverbesserung als landrätin klar bestätigt worden - und jetzt? scheinbar nur noch auf der jagd nach der nächsten kandidatur bei maximaler erregung öffentlichen interesses und gleichzeitiger flucht vor der tagesarbeit, wo sie zeigen müßte, was sie wirklich (noch) kann. schließlich hat frau pauli ja seit einigen monaten ein landtagsmandat. ob sie für die ausübung desselben jedoch vor lauter herumkandidieren überhaupt zeit hat, darf bezweifelt werden. ihren realitätssinn hat sie jedenfalls schon länger verloren. unter diesem gesichtspunkt sollte pauli vielleicht mal frau y. und frau s. fragen, ob die nicht in ihrer neuen partei mitmachen möchten.